Unsere Schule stellt sich vor

Lehren ist für uns mehr als die bloße Vermittlung von Wissen. Für uns steht die individuelle Förderung unserer Schülerinnen und Schüler im Vordergrund.

Unsere Schulphilosophie

  • Wir leiten unsere Schülerinnen und Schüler dazu an, ihre sozialen Fähigkeiten zu entfalten und geben ihnen Raum für ihre individuelle Entwicklung.
  • Wir bestärken unsere Schülerinnen und Schüler darin, sich sinnvolle Ziele zu stecken, und unterstützen sie darin, Probleme auf dem Weg dorthin zunehmend eigenständig zu lösen.
  • Wir verankern unsere Philosphie auf allen Ebenen unseres Lehrplans. Unsere Schüler dürfen an der Gestaltung des Unterrichts partizipieren und werden umfassend involviert.
  • Kurzum: Wir fördern die Persönlichkeit und das Erwachsenwerden unserer Schülerinnen und Schülern.

 

 

 

 

Daten & Fakten

von A - Z

Schulprogramm

Konzepte unserer schulischen Arbeit

Auszeichnungen & Zertifizierungen

Qualitätsanalyse 2012

Kooperationen & Öffnung von Unterricht

OGS -Offene Ganztagsschule

Unser Schulhund

Übergänge zur weiterführenden Schule

 



Bildergalerie: Ein Blick in unsere Schule

Freiherr von und zum Stein

Freiherr vom Stein (1757-1831) gilt als einer der herausragenden Reformer des preußischen Staates am Übergang des altständischen Staates zu einem vordemokratischen, von Selbstverwaltungsideen geprägten Gemeinwesens. Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein wurde am 26. Oktober 1757 in Schloss Nassau (Lahn) geboren. Nach einer standesentsprechenden Erziehung und nach Studien an der Universität Göttin-gen begann er 20-jährig 1777 seine praktische Ausbildung für seine zukünftige Tätigkeit im Reichsdienst beim Kammergericht in Wetzlar.

Die Ausbildung führte in weiter an den Reichstag nach Regensburg und zum Hofrat nach Wien. Angereichert wurde diese Zeit durch Reisen an die Höfe von Mainz, Darmstadt, Mannheim, Stuttgart und München. Die Anziehungskraft Preußens und die Hoffnung auf selbständiges und nützliches Arbeiten führten Stein 1779 zur Preußischen Verwaltung, wo er auf Befürwortung von Heinitz mit 24 Jahren Oberbergrat in Wetter an der Ruhr, zwei Jahre später Direktor der Bergämter zu Wetter und Ibbenbüren und der Bergwerkskommission von Minden-Ravensberg wurde. In dieser Zeit leitete Stein wertvolle Hilfe beim Aufbau des Westfälischen Bergbaus.

Eine Anstellung als 2. Direktor der Kriegs- und Domänenkammer Hamm und der Direktorenstelle der Kammer zu Cleve 1787 wurde Stein in den allgemeinen Staatsdienst übernommen. Dort wurde er 1796 als Oberpräsident Verwaltungschef aller preußischen Gebiete in Westfalen und am Niederrhein. In dieser Zeit bemühte sich Stein um die Schaffung einer wirksameren Staatsverwaltung durch größere Selbständigkeit der Mittelinstanzen und durch eine bessere Qualifikation und Ausbildung der Beamten. 1804 wurde er nicht zuletzt aufgrund seines Tätigkeitsdranges zum Staatsminister, ernannt, mit den Fachgebieten Akzise- und Fabriken-Department und Leitung der Preußischen Staatsbank. Als er 1807 den Fachbereich der auswärtigen Angele-genheiten ablehnte, musste Stein seinen Dienst quittieren. Nach Nassau zurückgekehrt, äußerte Stein in seiner „Nassauer Denkschrift“ die wesentlichen Gedanken und Voraussetzungen für die Wiederherstellung des preußischen Staates, der während der Napoleonischen Kriege zerfallen war.

Stein ging es in der zentralen Frage um die Belebung des Gemeingeistes. Im Oktober 1807 übernahm Stein dann wieder als leitender Minister die Staatsgeschäfte, musste jedoch schon nach einem Jahr wieder um seine Entlassung bitten. In diesem Jahr schuf er die wesentlichen Grundlagen für sein Reformwerk, die Aufhebung der Erbuntertänigkeit der Bauern, die Städteordnung, die Befreiung des Gewerbes von den seit dem Mittelalter tradierten Zwängen, die Reorganisation der Staatsbehörden und Vorstufen einer Heeresreform. 1812 arbeitete Stein an der Organisation des Krieges gegen Napoleon mit und nahm in den folgenden Jahren an den Beratungen des Wiener Kongresses teil. Seine Hauptaufgabe sah Stein nun in der Einigung der deutschen Nation im Interesse Deutschlands und Europas. Als er seine Ideen nicht realisierbar sah, zog sich Stein aus der Politik zurück.

Als Gutsherr auf Cappenberg nahm Stein jedoch weiter am öffentlichen Leben Westfalens als Marschall dreier westfälischer Provinzial-Landtage teil. Von der Geschichte gefesselt, wurde auf seine Initiative 1819 die „Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde“ gegründet, an deren geschichtswissenschaftlichen Unternehmen, einer mittelalterlichen Quellenedition, den „Monumenta Germaniae Historica“, wird heute noch gearbeitet.

Freiherr vom Stein und seine Beziehung zu Wetter an der Ruhr

Am Ende des Jahres 1780 fand die Grundsteinlegung für das Bergamt in der Freiheit Wetter statt, von der der preußische Fabrikenkommissar des Kreises Hagen, Friedrich August Alexander Eversmann, folgende Anekdote überliefert: „Als der Minister Heinitz nach Hagen kam, war dort noch der Sitz des Bergamtes der Grafschaft Mark. Die Offizianten hatten es auf Verbesserung ihres Gehaltes angelegt und zur Begründung ihres Gesuchs behauptet, dass Hagen ein teurer Ort sei, was in der Tat sich also verhielt. Es wurde beschlossen, das Bergamt zu verlegen an einen wohlfeileren. Da kam dann unter anderen das kleine erbärmliche Nest Wetter in Vorschlag und wurde auch wirklich zum künftigen Sitz des Bergamtes bestimmt. Aber es fehlte dort an allem, besonders musste gleich Veranstaltung getroffen werden, dass dort ein Dienstgebäude gebaut wurde. Der Landbaumeister Pistor erhielt den Auftrag dazu, und es wurde ein Tag zur feierlichen Legung des Grundsteins angesagt. Der Minister mit seinem ganzen Gefolge und dem Personal des Bergamtes begab sich dorthin. Bei Legung des Steines wurde eine Rede gehalten, und Pistor überreichte dem Minister die Maurerkelle. Der Minister stand mit entblößtem Haupte und so wir alle außer dem Referendarius Stein, der dicht hinter dem Minister stand und seinen Federhut fest auf dem Kopf sitzen hatte. Der Oberbergrat Wehling, in der Gesellschaft der oberste nach dem Minis-ter, bemerkte dies und sagte: Herr vom Stein -  Sie sehen, dass wir alle bei dieser feierlichen Handlung mit abgezogenen Hüten dastehen, nur Sie haben den Ihrigen sehr unschicklich noch auf. Was, sagte nun Stein in seiner heftigen Manier mit schnellen Worten, der Minister legt den Sitz eines ehrwürdigen Collegi unbegreiflicherweise in ein Loch wie dieses Wetter und dafür soll man noch den Hut abnehmen?. Er behielt ihn auf, und die Sache wurde nicht weiter gerügt."
(Friedrich August Alexander Eversmann, Lebensbeschreibungen, Teil I, Altenaer Beiträge zur Geschichte und Heimatkunde der ehemaligen Grafschaft Mark, Bd. 2, Altena 1966, S. 21f.)

Vom Stein in Wetter (Ruhr)

Am 16. Februar 1784 wird Freiherr vom Stein, 26jährig, zum Bergamtsdirektor in Wetter ernannt; mit ihm ändern sich die Verhältnisse in der Freiheit rasch, denn er ist unter allen Umständen gewillt, die von ihm miterarbeiteten Instruktionen für das Bergamt in Wetter von 1783 konsequent durchzusetzen. Zwischen dem 10. (Abreise aus Berlin) und 20. Mai 1784 traf er in Wetter ein und bezog zunächst ein Zimmer im Haus Freiheit 18, der Gastwirtschaft Neumann, wohl aber nur für einige Tage, bis Oberbergrat Waitz nach Berlin abreiste und Stein in dessen Wohnung ins Bergamt ziehen konnte. Stein war in seinen jungen Jahren nicht begeistert von der verantwortungsvollen Aufgabe, dabei richteten sich seine Gefühle nicht so sehr gegen die ihm übertragene Aufgabe, sondern hauptsächlich gegen den Ort Wetter, den er als ein Loch und einen dunklen Winkel von Westfalen bezeichnete, einen Platz, der ihm auch alle gewohnten gesellschaftlichen Kontakte nahm. Selbst in seiner Autobiographie von 1823 erwähnt er seine Arbeit in Westfalen wie am Bergamt nur summarisch und nennt Wetter nicht einmal. Später beurteilte Stein Wetter, wohl nicht zuletzt in Ansehung seiner hier erworbenen Verdienste und Erfolge, wesentlich anders. Der königliche Hofprediger Bischof Ruhlemann Friedrich Eylert gibt ein Gespräch mit Stein so wieder: „Unter Anderem fragte ich Stein: Wo es ihm am Besten gefallen, und wo er sich am Wohlsten gefühlt habe? Und der große Welt- und Staatsmann nannte nicht Berlin, nicht Petersburg, nicht Wien, nicht London, sondern das stille kleine Wetter an der Ruhr: Da habe ich, setzte er hinzu, in einer schönen Gegend die Seligkeit der Einsamkeit genossen. Ein Stachel der Sehnsucht dahin ist mir geblieben, ich hänge daran mit Liebe.“ 

Trotz seiner in der ersten Zeit wiederholt geäußerten Abneigung gegen den Ort und die Umstände im Bergamt greift Stein sofort handelnd ein, will die Kanzlei des Bergamtes neu organisieren und die Ausgaben einschränken, gleichzeitig gesteht er aber den Predi-gern und Schulmeistern in Wetter 37 Taler zu, damit die Herren des Bergamtes „die lächerliche Ehre genie-ßen“ in den Gebeten erwähnt zu werden.Unmittelbar nach seinem Eintreffen in der Freiheit inspiziert er den größten Teil der steinkohlefördernden Gruben und kommt im Generalbefahrungsprotokoll am 27. Juli 1784 zu dem Ergebnis, dass die Vorschriften des Bergrechts von 1766 in der Grafschaft Mark noch nicht gegriffen haben. Stein schlägt dem Ministerium in Berlin vor, Grubenhaushalte, Rechnungen und Löhne strengerer staatlicher Kontrolle zu unterziehen. In der schlechten Ausbildung der Bergleute sieht Stein eine wesentliche Ursache für den uneffizienten Kohleabbau in den märkischen Revieren, in denen man sich noch mit schlechten Handwerkern und Tagelöhnern bei der Arbeit behilft, mit Leuten, bei denen man den bergmännischen Geist vergebens sucht. Stein schlägt vor, Kohlenhauer, die die gesamte bergmännische Arbeit beherrschen, besser zu bezahlen, Unterschiede bei der Uniform zu machen und den Gnadenlohn zu erhöhen.

Aus der Schicht der Vollhauer wurden dann die Steiger und besonders die Schichtmeister genommen.Als Folge dieses Generalbefahrungsprotokolls wurden 1786 zwei Deklarationen erlassen, die das Grubenrechnungswesen regelten und zur genaueren staatlichen Kontrolle die Steinkohlengruben revierweise zu ungefähr 30 Gruben Steigern zuordneten, das  Rechnungswesen der einzelnen Gruben wurde von Schichtmeistern beaufsichtigt. Letztliche Kontrolle stand den Geschworenen des Bergamtes in Wetter zu.

Vom Stein und Friedrich Harkort

Während seiner Dienstzeit in Wetter war Freiherr vom Stein ein stetiger Gast im Hause der Harkorts an der Enneperstraße, wo sich die reformerisch-fortschrittlichen Kräfte aus dem Gebiet an der mittleren Ruhr zum Meinungsaustausch trafen. 1825 besuchte Stein erstmals wieder Wetter, um die Maschinenfabrik Friedrich Harkorts zu besichtigen. Einen besonderen Aspekt in Steins innerer Haltung beleuchtet Friedrich Harkort, der von einem Besuch bei Stein auf Kappenberg berichtet: „Stein war kein Freund der Unterthänigkeit. Wir besuchten ihn einst in seiner Zurückgezogenheit auf dem waldumgebenen Cappenberg. Auf die Frage, weshalb er diesen einsamen Sitz der so schön gelegenen väterlichen Burg in Nassau vorziehe? war die Antwort: "ich liebe die Leute nicht, welche sich für einen Gulden außer Athem laufen; wenn ich hier meinen  Nachbarn nicht grüße, so grüßter mich auch nicht.“

Gleichzeitig berichtet Harkort auch von vom Steins Vorliebe für Westfalen, das er als einen klassischen Boden für die frühe Geschichte des Landes mit besonderem Herausheben der Femegerichte beschrieb. Als Vertreter des Kreises Hagen trafen Friedrich Harkort und Freiherr vom Stein im dritten Provinziallandtag 1830 nochmals zusammen. Als der junge Harkort eine Forderung eines Kollegen stützte, der König möge die Einberufung der Reichsstände einleiten, einer Forderung, der Stein ablehnend gegenüberstand, bestellte Stein als Landesmarschall Friedrich Harkort nachmittags in sein Quartier. Das sich am Nachmittag ergebende Gespräch zwischen Stein, der wegen seiner harschen Äußerungen bekannt und gefürchtet war, und Harkort,  gibt Berger wie folgt wieder: „Als Harkort zur bestimmten Stunde antrat, schlummerte der alte Herr noch, fuhr aber, nachdem ihm befohlenermaßen der Besuch gemeldet worden, augenblicklich in die Höhe und ohne Begrüßung auf den Eintretenden los: "Also da stehen Sie! Sie sind mir heute Morgen hineingetappst, wie Kunz in die Nüsse! Was, zum Teufel, hatten Sie nötig, dem rabulistischen Bauernadvokaten aus dem Kölnischen beizuspringen? Ich bin schon vor 40 Jahren mit Ihren braven Eltern befreundet gewesen und habe mich deshalb immer über Sie und Ihre Tätigkeiten gefreut. Und da kommen nun Sie gerade mir in dieser wichtigen Frage so in die Quere! Ohne Sie wäre die ganze Angelegenheit anders verlaufen. Jetzt ist der Teufel losgelassen. Aber so geht es! Die jungen Leute wissen heutzutage alles besser; auf uns Alte hört man nicht mehr. In Berlin wird man wütend auf uns werden.“

Nachdem der erste Strom des Ärgers sich in längerer heftiger Rede Luft gemacht, erwiderte der so hart angefahrene Harkort ruhig: „Ich bedauere sehr, Ew. Excellenz Unwillen mir zugezogen zu haben, doch ich konnte nicht anders handeln als ich gethan. Bracht (i.e. Regierungsrat Bracht aus dem Vest Recklinghausen) kenne ich gar nicht näher und ich stimme sonst viel lieber mit Ew. Excellenz als mit jedem andern. In der Verfassungssache aber dürfen wir nicht mehr schweigen; unsre Wähler erwarten, dass wir endlich reden; was der König wiederholt versprochen hat, muss gehalten und ausgeführt werden. Das ist meine feste Überzeugung, und als Deputierter muss ich doch allein dieser Überzeugung und meinem Gewissen folgen und darf  mich durch Menschenfurcht nicht bewegen lassen, anders zu reden und zu handeln. So sind doch auch Ew. Excellenz verfahren und haben niemals danach gefragt, wie es Ihnen persönlich dabei erging oder ob es anderen Leuten gefiel. Excellenz werden also verzeihen, wenn ich diesmal einen anderen Weg gegangen bin und mir darum Ihre Gewogenheit nicht entziehen. Ich konnte nicht anders.“

Noch während Harkorts Verteidigung, namentlich aber als dieser sich auf Steins eigene Haltung in der Vergangenheit berufen hatte, reichte er ihm die Hand hin und erwiderte: „Nein, wenn es so mit Ihnen steht, wenn das Ihre feste aufrichtige Meinung ist und Sie nicht leichtfertig in diese Sache hineingefahren sind, dann soll Gott mich bewahren, Sie zu tadeln und davon abwendig machen zu wollen. Jetzt setzen Sie sich zu mir her und lassen Sie uns bei einer Flasche Wein von vergangenen Zeiten sprechen, als ich in Ihrem schönen Wetter wohnte.“

Das Wiedersehen in Münster zwischen Stein und Har-kort war die letzte Begegnung beider. Als am 9. Juli 1831 vom Stein in einem großen Leichenzug von Cappenberg ins väterliche Nassau überführt wurde, erwies ihm Friedrich Harkort mit allen seinen Arbeitern aus der Mechanischen Werkstätte in der Freiheit Wetter in Herdecke die letzte Ehre.

Vom Steins Städteordnung

Steins bis in die Gegenwart fortwirkendes Reformgesetz aber war die Städteordnung von 1808. Diese Ordnung ist nicht als ein selbständige zu betrachten, sondern ist zu sehen im Zuge der Erneuerung aller Verwaltungsebenen des Staates. Die Städteordnung sah einen kleinen Magistrat als letztlich entscheidungstragende Behörde vor. Sie stand im Gegensatz zu den in den westlichen preußischen Provinzen vorherrschenden französischen Gemeindeordnung, die Munizipalordnung, die auch in Wetter galt, wobei die Eigenständigkeit des Ortes aufgehoben war und die Verwaltung der Mairie in Herdecke übertragen worden war. Entgegen der Munizipalordnung sollte in der Städteordnung Steins an den genossenschaftlichen Geist der historischen deutschen Städteverfassungen angeknüpft werden. Mit der Revidierten Städteordnung von 1831 war eine Ordnung geschaffen, die ihren Nutzten erst mit dem Anwachsen der Städte als Folge der Industrialisierung zeigen sollte. Für die Stadt Wetter (Ruhr) zeigt sich die durch die Steinsche Städteordnung eingetretene Veränderung hauptsächlich bei der Aufstellung des Haushaltes, der zuvor vom König durch die Kriegs- und Domänenkammer in Hamm genehmigt, nach der Städteordnung von der Regierung in Arnsberg gebilligt wurde. Es entschied in der Aufsicht über die Städte nunmehr nicht mehr eine Einzelperson, sondern ein Kollegium.

Bronzeplastik mit Bildnis v. Steins am Rathaus Wetter

Das neben der Freiheit von Wetter 1909 fertiggestellte Rathaus erinnert an mittelalterliche Bauten, die überlebensgroße Figur, die Freiherr vom Stein darstellt, an der Ecke an einen Roland. Jedoch hebt ihr Material, grün patinierte Bronze, sie nachdrücklich von der Hausstein-Fassade ab. Dadurch ist die Figur trotz ihrer Verbindung mit dem repräsentativen Bau ein selbständiges Denkmal Steins, der hier 1784 bis 1792 lebte und als Oberbergrat das Bergamt leitete, dessen Gebäude unweit dieser Stelle lag. Richard Grüttner hatte schon viele Reisen hinter sich, ehe er 1880 in das Atelier des Bildhauers Fritz Schaper an der Berliner Akademie eintrat. So war es für ihn selbstverständlich, dass er sich mit Schievelbeins Berliner Denkmal auseinandersetzte, als er die Figur für Wetter entwarf. Die Geste der rechten Hand zeigt das deutlich. Der vorgesehene Standort an der Ecke des Gebäudes gestattete eine weniger statuarische, bewegte Auffassung die - mehr als das Freidenkmal - Steins Energie ausdrückt.

Durch die Neigung nach rechts wird dem überlebensgroßen Format alles Steife genommen. Die Bindung an die Architektur gereicht ihr zum Vorteil. Die Figur wirkt trotz ihrer Größe, die an dieser Stelle notwendig ist, erstaunlich lebensnah.Die Plastik wurde in 2006 von der Stadt Nassau nachgegossen. Damit war das Rathaus für sechs Wochen für die Arbeiten erstmals „Steinlos“.

Das Steinsche Haus in der Freiheit Wetter

Am 16. Februar 1784 wird Freiherr vom Stein, 26-jährig, zum Bergamtsdirektor in Wetter ernannt; mit ihm ändern sich die Verhältnisse in der Freiheit rasch, denn er ist unter allen Umständen gewillt, die von ihm miterarbeiteten Instruktionen für das Bergamt in Wetter von 1783 konsequent durchzusetzen. Zwischen dem 10. und 20. Mai 1784 traf er in Wetter ein und bezog zunächst ein Zimmer im Haus Freiheit 18, der Gastwirtschaft Neumann, wohl aber nur für einige Tage, bis Oberbergrat Waitz nach Berlin abreiste und Stein in dessen Wohnung ins Bergamt ziehen konnte. An dem Haus der ehemaligen Gaststätte Neumann ist eine Erinnerungstafel an den Freiherrn vom Stein angebracht.

Das Bergamtsgebäude in Wetter

Das Bergamtsgebäude in der Freiheit Wetter wurde auf den Grundmauern der alten Renteischeune zwischen 1781 und 1782 errichtet. Es war der Wohnsitz des Freiherrn vom Stein in Wetter. Später wurde es von Friedrich Harkort teilweise als Verwaltungsgebäude genutzt. 1924 ist es dann von der Demag im Rahmen der Umgestaltung der Fabrikanlagen in der Frei-heit Wetter abgerissen worden. Mit Steinen des Bergamtgebäudes ist das Pastorat der Reformierten Gemeinde gebaut worden.